Rožmberk nad Vltavou 78
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Haus Nr. 78 Die Gemeinde Rožmberk nad Vltavou ist mit ihren Anfängen mit der gleichnamigen Burg verbunden, die im 13. Jahrhundert Residenz der mächtigen Familie der Rosenberger war. Von dieser Linie der südböhmischen Wittigonen wurde Rožmberk als rechtliche Untertanenstadt konstituiert. Die Dokumente über die Geschehnisse in der Stadt sind leider in der Zeit der Gotik und Renaissance verloren gegangen.

Am 11. Mai 1653 wurde die Stadt von einem verheerenden Brand erfasst, bei dem die meisten Häuser abbrannten und auch alle Stadtbücher und alten Schriftstücke vernichtet wurden. Es ist höchstwahrscheinlich, dass nicht einmal das Haus Nr. 78 vor dem Brand verschont blieb. Im Mai 1636 wurde das neue Marktbuch angelegt, das für jedes Haus auf einem selbstständigen Folio die Zusammenfassung des Eigentumstandes vor sowie nach dem Brand in der Art eines Urbariums erfasste. Auch in späteren Zeiten entstanden leider Lücken in den Eintragungen, die durch Besitzübertragungen innerhalb der Verwandtschaft verursacht wurden.
Im Jahr 1652 wurde dieses Haus von Anton Schuech mit der Witwe Katharina erheiratet, die das Haus mit ihrem vorherigen Gatten noch vor dem Brand besaß. Hans Weinwurm tauschte das Haus mit ihnen im Jahr 1653. Weinwurm ließ sich im Jahr 1664 seinen Besitz freiwillig schätzen und der Preis des Hauses allein ohne Grundstücke wurde mit einem hohen Betrag von 938 rheinischen Gulden angegeben. Zu seinem Lebensende dürfte Weinwurm nicht genug Finanzmittel für eine ordentliche Pflege für das Haus gehabt haben, das er in einem ziemlich verwahrlosten Zustand bekam. Er verkaufte es lieber Ende 1694 an den herrschaftlichen Beamten Urban Neuman für nur 260 rheinische Gulden. Urban Neuman setzte das Haus instand. Aus einer Eintragung von der Jahrhundertwende ergibt sich, dass eine Genehmigung erlassen wurde, Wasser ins Haus zu leiten. Die folgende Eintragung vom 13.3.1705 verzeichnet die Erweiterung des Hauses um den angekauften Grundstückstreifen mit den Bauten des Nachbarn. Neuman vermachte das Haus auch mit der Wirtschaft, die vom Stadtrat als Ganzes auf 1 600 Gulden geschätzt wurde, im Jahr 1707 der Witwe Sofie, nach der unter gleichen Bedingungen im Jahr 1721 der Sohn Florian Neuman erbte. Dieser verkaufte jedoch das Haus im Jahr 1725 auch mit Feldgrundstücken, Einrichtung und Vieh an Sebastian Wolf. Er verkaufte es nur für 2 000 Gulden. Das Haus wurde aber von Sebastians Bruder Bartholomäus aus Wien bezahlt. Nach dem Tod von Bartholomäus erwarb das Haus schließlich die Witwe als Universalerbin im Jahr 1754. Danach wurde das Haus wieder Sebastian zugesagt, der der Witwe dafür 1 000 Gulden in Raten bezahlte.

Sebastian Wolf war schon im Jahr 1751 Mitglied des Stadtrats und verkaufte das Haus mit der Bäckerberechtigung und dem Garten für 1 800 Gulden an seinen Schwiegersohn Jan Holler. Im Jahr 1755 verkaufte Holler das Haus auch mit dem Altenteil für Wolf für denselben Preis an Josef Resch. Herr Resch starb aber bald und durch Einheiraten wurde das Haus von Wenzel Grinn erworben. Durch die schlechte Geldwirtschaft musste er auch das Haus verkaufen. Es wurde im Jahr 1783 an den Bürgermeister Franz Sandböck für 1 350 Gulden verkauft. Das Haus erbte nach dem Testament im Jahr 1797 Sohn Adalbert, der es aber gleich nach dem Tod des Vaters gegen ein anderes Haus tauschte. Er tauschte das Haus mit Jan Holler. Aus den Eintragungen ist ersichtlich, dass Holler im Haus kleinere bauliche Veränderungen vornahm. Im Jahr 1838 verkaufte Holler das Haus, ohne etwas zu erwähnen, für 1 770 Gulden an Josef und Elisabeth Tröster. Sie ließen das Haus renovieren und machten daraus die Gaststätte „Zum Goldenen Kreuz“. Im Jahr 1869 bekam das Haus der jüngere Sohn Josef mit der Schwiegertochter Karoline für 3 000 Gulden.
Das Haus blieb nach der Aussiedlung der deutschen Besitzer leer und ungenutzt. Im Jahr 1951 wurde es zwar unter die denkmalgeschützten Objekte eingegliedert, aber ohne Nutzung und Sicherung der Instandhaltung. Seit dem Beginn des Jahres 1956 gibt es Belege über die Bemühung, das Haus für Zwecke des einheimischen Tourismus zu nutzen. Das Kultusministerium und die staatliche Denkmalpflege wiesen den Betrag von 100 000 CZK für die Renovierung des Hauses aus. Das Geld traf allerdings nie ein und das Haus verwahrloste weiter. Im Jahr 1981 wurde das Projekt der Rekonstruktion von einem Pionierlager vorbereitet. Auch diesmal wurde die Rekonstruktion leider nicht verwirklicht.
In den siebziger Jahren bemühte sich um eine Renovierung eine Privatperson aus České Budějovice. Sie wollte es mit ihrer Familie als Wochenendhaus nutzen. Es kam nie zur Renovierung und Rekonstruktion.
Der weitere und bis heute letzte Besitzer ist die Gesellschaft IC Rožmberk nad Vltavou, spol. s r.o.. Diese Gesellschaft kaufte das Haus im Jahr 1994. Das Objekt wurde nach den erhaltenen Fotografien und Dokumenten aus der Zeit renoviert, als es die Familie Tröster besaß.
Die jetzigen Besitzer des Hauses Nr. 78 setzen die Tradition der Familie Tröster fort. Das Haus dient als stilvolles Hotel mit Restaurant unter dem Namen „Hotel Růže“.
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